Saturday, October 3, 2020

Jägerprüfung: Hilfsmittel, Lernmaterial, Bücher, Videos [German only]

 Folgende Hilfsmittel/Lernmaterialien kann ich euch für die Jägerprüfung empfehlen:

A) Lehrbücher:

- Heintges: Werdet ihr vermutlich von eurer Jagdschule geliehen/gestellt bekommen. Immer daran denken dass für Gesamtdeutschland konzipiert und einzelne Länder unterschiedliche Regelungen haben. Das Bundesjagdgesetz etwa findet in Baden-Württemberg nur sehr eingeschränkt Anwendung, hier gilt das Jagd-und Wildtiermangementgesetz (JWMG).

-Krebs: Vor und nach der Jägerprüfung. Ein weiterer Klassiker, gab es als Angebot unserer Jagdschule zusammen mit einem Abonnement einer Jagdzeitschrift (Jäger?) günstiger zu erwerben. Ich selber habe nur ein Exemplar meines Opas von 1965. Die Mitschüler fanden das Buch hilfreich, da das Wichtigste kurz und prägnant in Steckbriefen zusammengefasst wird.

-Blase: Die Jägerprüfung. Ähnlich dem Krebs, auch hier habe ich nur ein Exemplar von '65. Zu viele Lehrbücher sind auch nur bedingt sinnvoll, der Stoff muss ja auch verarbeitet, gelernt, verstanden werden.

B) Videos/Youtube:

Steckbrief Natur (Link): Sehr hilfreiche Steckbriefe für die unterschiedlichen Wildarten, speziell für (Jung-) Jäger konzipiert. Konzentriert euch auf das jagdbare und heimische Wild. Möven zum Beispiel habe ich mir nicht angeschaut (für BW irrelevant).

Youtube Kanal Bayerische Staatsforsten: Gute Praxisvideos anschaulich erklärt, etwa zur Blattjagd, zur Nachsuche etc. Ihr müsst in der Prüfung beweißen dass ihr euch auch praktisch mit den Themen auseinander gesetzt habt. Nicht jeder kann eine Nachsuche im Revier mitmachen, daher kann Youtube hier Eindrücke vermitteln.

Youtube Kanal Schweißhundstation Starnberg: Wie oben geschrieben, Praxiswissen zählt. Nachsuche ist ein zentrales Thema, nicht nur in Prüfungsfach 3.

Generelle Anmerkung zum Thema Youtube: Es gibt mittlerweile extrem viel jagdliche Beträge/Content, nicht immer alles mit der nötigen Qualität und Sorgfalt produziert. Gerade Jungjäger könnten Schwierigkeiten haben das Handeln einzuordnen, die ggf vorhandenen Kommentare zu lesen kann hier helfen. Beispiel: Krähenjagd, anschließend wird die Brust der Rabenkrähen gebraten und gegessen -> Trichinenprobe theoretisch notwendig da Aas- u. Allesfresser. Bleibt lieber bei sicheren Quellen.

C) Praxis:

- Revieralltag/Jagdbetrieb: Geht mit euch bekannten Jäger mit. Ich habe auch direkt gefragt, alle haben mich mitgenommen zum Teil auch ohne dass ich direkt gefragt habe. Jeder Jäger hat andere Einstellungen, das sollte man bedenken und reflektieren. Möglichst viele Eindrücke mitnehmen, aber nicht unbedingt alles übernehmen.

- Wildgatter: Schaut euch Wild im Gatter an, sollte es welche bei euch geben, egal ob Damm-, Schwarz, Rotwild.

- Lehrpfad: Beispielsweise Waldlehrpfade helfen beim Einordnen und Erkennen unserer heimischen Flora, insb. Bäumen und Sträuchern. Wenn ihr wisst wo die praktische Prüfung stattfindet unbedingt vorher dort umschauen, Bäume etc. bestimmen. Hier gibt es auch hilfreiche Apps, bspw. 'Flora Incognita'.

-Schießstand: Aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig, da die für die Schießprüfung notwendigen Grundlagen in dem Jagdkurs vermittelt werden sollten. Eher auf korrekte Waffenhandhabung fokussieren, Pistole zB kann mit einer Schreckschuss, Langwaffe mit einem Besenstiel geübt werden.

Ich kann es nicht oft genug sagen, Praxis zählt in der Prüfung viel. 

Tuesday, September 29, 2020

Jagdschein in Baden-Württemberg: Jägerprüfung [German only]

Liebe Leser,

ein Großteil des Jahres 2020 war ich mit der Jägerprüfung beschäftigt. Mein Jagdkurs bei einer Jagdschule (privat, keine KJV) begann im März und sollte mit der Prüfung im Mai enden. Aufgrund der Corona-Lage war dies natürlich nicht realisierbar, schlussendlich ging der Unterricht bis August, die Jägerprüfung dann letztes Wochenende. Es ist wirklich viel Stoff, dazu wurde bei der mündlich-praktischen Prüfung wirklich scharf geprüft (KJV einer Universitätsstadt mit größerem Forstbetrieb).

Mein Eindruck zu den drei Prüfungen im Einzelnen:

a) Schriftliche Prüfung:
125 (25 bei je 5 Prüfungsfächer) vorher bekannte Fragen  im Multiple-Choice Verfahren. Einfach bei ausreichender Vorbereitung, die Fragen müssen sicher sitzen, alle. Würde hier eine entsprechende App empfehlen, zB Bueffel.net. Kostenpunkt ca. 20€. Mit dem Code auf dieser Webseite gibt es 3€ Rabatt.
In meinem Jagdkurs haben alle Prüflinge die Schriftliche auf Anhieb bestanden.
Fazit: Leicht, solange ihr gute Lerner seid.

b) Waffenhandhabung & Schießprüfung:
Vor der eigentlichen Schießprüfung muss die sichere Waffenhandhabung nachgewiesen werden.  Dies dauert ca. 15 Min und beinhaltet div. Langwaffen, insb. Drilling und Repetierer mit deutschem und französischem Stecher, sowie Kurzwaffen (je eine Pistole/Revolver). Die sichere Handhabung ist ein Muss da unsachgemäße Handhabung ein K.O.-Kriterium ist, könnte dann in 2 Monaten zur nächsten Prüfung wiederkommen. Hier gilt es Nerven behalten, sicher und kompetent auftreten und vor allem ausreichend üben, insb. vor Publikum und unter strenger Aufsicht. Keine Flüchtigkeitsfehler, kein überhebliches Auftreten ("zu sicher sein").
Die eigentliche Schießprüfung beinhaltet (i) Schuss auf Rehbock in 100m Entfernung bei 5 Schuss mind. 3 9er/10er; (ii) Schuss auf laufender Keiler, bei 5 Schuss mind. 2 Kammertreffer; (iii) Schrotschuss auf Kipphase, bei 10 Schuss mind. 5 Treffer. 
Auch hier gilt Ruhe bewahren, falls ihr die Trefferanzahl nicht direkt erreichen solltet, könnt ihr direkt im Anschuss die Schießprüfung nochmal absolvieren. Dies mussten relativ viele Prüflinge meines Kurses wahrnehmen, da gingen wohl die Nerven bei vielen durch. Auch gestandene Sportschützen waren teilweise bei den Wiederholern. Schlussendlich ist einer durch die Handhabung, ein andere Schüler durch die Schießprüfung gefallen (von 16).
Fazit: Gut machbar, mit Konzentration, Ruhe und viel Übung der Handhabung.

c) Mündlich-praktische Prüfung:

Ganz klar: Hier wird gesiebt, und zwar massiv. Innerhalb der letzten paar Jahre gingen die Anzahl an Kursteilnehmer immer weiter nach oben, hier soll durch scharfe Prüfung entgegengewirkt werden. Insbesondere über Fächer wie Wildbrethygiene soll ein zu hoher Bestand an "Schützen" verhindert werden. Auch hier gilt Nerven behalten, über schwach beantwortet Fragen gut hinwegkommen und souverän weitermachen. Nicht alle Fragen und Themenfelder liegen einem, in einem hat man mal mehr, mal weniger Vorkenntnisse. Glück die richtigen Fragen gestellt zu bekommen ist sicherlich auch dabei. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht zu schnell zu antworten, insbes. bei Wildbrethygiene (K.O.-Kriterium = komplette Prüfung bei Fehler vorbei) zurückhaltend und überlegt antworten. Natürlich müsst ihr direkt und konkret antworten (kein "könnte", "vielleicht", etc.) sonst kann der Prüfer euch nicht bewerten. Bei meinem Kurs sind 10 von 16 Schülern hier durchgefallen und die Leute waren nicht dumm oder inkompetent.
Fazit: Machbar aber herausfordernd, hier wird einem wirklich nichts geschenkt. Ihr müsst kämpfen und überzeugen dass ihr das "Jäger sein" könnt, in sämtlicher Hinsicht und in sämtlichen Lagen. Nur wenn ihr die überwiegende Mehrheit der Prüfer davon überzeugt könnt wird es klappen.

Soweit meine Kurzbeschreibung/Kurzbericht der Prüfung. In den kommenden Tage werde ich die Fragen der Mündlich-Praktischen die ich im Kopf behalten konnte posten, damit ihr euch einen Eindruck hiervon machen könnt.

Sunday, August 2, 2020

Historical increase of prices in food within the last 10 years

Frequently now after going shopping in the post-COVID19 times I am under the impression that shopping groceries has gotten more expensive.
Our official gvmtl. statistics basically say 6% price increase for a total of 5 years making 0.83% yearly price increase.


In order to verify this I have compiled prices for a couple of articles, mainly using https://www.discounter-preisvergleich.de as a source of reference for historical prices.
Products always relate to the cheap private label (store) brand at ALDI. Together with LIDL, ALDI frequently acts are point of reference for all other discounters.
These are the results:

Description of product Years available Price increase p.a.
Rapeseed cooking oil 12.3 1.34%
Gouda middle ages in one piece 13.1 0.66%
Free range eggs, 10 pcs 15.7 7.98%
Basmati rice, 1 kg 10.8 1.04%
Whole grain pasta, 500g 11.4 -0.44%
Beer 6x 0.5L 11.4 0.52%
Tuna own juice 14.9 4.85%
Fresh whole milk 3.5% 11.4 1.13%
Olives in a jar 9.4 0.00%
Peanuts 200G 12.9 4.75%
Low-fat yogurt 500G 14.3 1.80%
Fresh organic / milk 1.5% 7.2 1.57%
Average 13.2 2.29%

An average yearly increase of 2.3% during the last 13 years, which is definitely above the official 0.83% for the last 5 years. The Corona effect is however only included in the Olives/Peanuts/Yogurt/1.5% milk dataset, since I had only for these 5 products prices available dating past March 2020. However even for those produce, price movement post COVID is little to none.

What I did not get the chance to validate and where I think biggest price jumps should be are fresh produce. During my search I could not discover a valid source of historical data which is available online.